Viele haben mich gefragt, warum ich dieses Buch geschrieben habe, so viel von uns Preis gegeben habe, für alle öffentlich gemacht habe.

Wenn ein Frühchen auf die Welt kommt, gerät alles durcheinander. Die Hoffnungen und Träume, die alle Schwangeren haben, zerplatzen in Sekunden- schnelle.

Das „warum“ gerät immer wieder in die Gedanken. Man fühlt sich schuldig. Sucht immer wieder nach Situationen, in denen man sich, die Schwangerschaft und so das Kind gefährdet hat.

Diese Schuldgefühle können Aussenstehende überhaupt nicht nachvollziehen.
Der Inkubator wird Ersatz für die Gebärmutter, löst einen als Mutter einfach ab, man hat versagt.

Ich weiss immer noch nicht, warum Hannah zu früh kam?  Ist auch egal!
Mit der Zeit lernt man alle Schuldgefühle zu verdrängen.

Das „hätte man“ wird weniger...
Und das müssen alle Betroffenen irgendwann erkennen und akzeptieren.

Heute sehe ich Hannah an und denke nur noch, dass wir so viel Glück gehabt haben. Bei der Schuluntersuchung sagte mir die Ärztin, dass wir ja nie Lotto spielen bräuchten. Wir hätten unser Glück verbraucht. Und das stimmt. An jedem neuen Tag wird mir dies bewusst.

Viele Freunde und Bekannte sagen, dass diese schwere Zeit uns verändert hat. Verändert weiss ich nicht, aber geprägt.

Ich habe in meinem Buch geschrieben, dass nachdem Hannah geboren wurde, ich gelernt habe, dass viele Dinge überhaupt nicht zählen, die wir für wichtig hielten.
Viele alltägliche Dinge, die früher wichtig waren, erblassen.

Ich kann häufig über die „Kleinigkeiten“, die andere tierisch aufregen, nur noch schmunzeln. Viele Dinge haben eine völlig andere Wertigkeit bekommen, lassen einen lockerer.

 

Ich wünsche allen Frühcheneltern,
die Kraft, den Kampf um das Überleben aufzunehmen,
die Gelassenheit, Dinge zu akzeptieren ,
die Liebe und Geduld, Gefühle weitergeben zu können
und das Glück, alles zu erreichen.

 

Doro Schleibach